iittala - Die Alvar Aalto Vase

Design Alvar Aalto 1936 - Geschichte von der Lederhose einer Eskimofrau

Walter Zelmer
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Die iittala Alvar Aalto Story - Lederhose einer Eskimofrau

die Geschichte beginnt im Herbst 1936 - die finnischen Glasfabriken hatten beschlossen, einen Gestaltungswettbewerb auszuschreiben, um für die Weltausstellung in Paris neue Gebrauchs- und Kunstgläser zu finden. Zur Teilnahme an dem Wettbewerb wurden eine Reihe bekannter finnischer Glaskünstler und Architekten der jüngeren Generation aufgefordert.

Die Abgabefrist lief im Januar 1937 aus. Danach unternahm es einer Jury, die eingereichten Arbeiten zu beurteilen, zu bewerten und schließlich in eine Rangfolge zu bringen.

Die erstplatzierte Wettbewerbsarbeit enthielt in freier Form gestaltete Gegenstände - von einer flachen Aalto Schale bis hin zur hohen iittala Aalto Vase. Die iittala Aalto Entwürfe waren auf verschiedenfarbigen Papier- und Kartonbögen mit Bleistift, Tusche und Ölkreide frei skizziert. Beigelegt zu den Aalto Skizzen war eine maschinengeschriebene Erläuterung zum Verwendungszweck der Aalto Vasen & Schalen.

Schon auf den ersten Blick hinterließ die Arbeit von Alvar Aalto einen ausgesprochen unkonventionellen, aber souveränen Eindruck. Das gleiche gilt auch für ihren Namen: Sie war unter der Bezeichnung " Lederhose einer Eskimofrau" eingereicht worden.

Wer aber stand hinter dem Elan der schwungvollen Aalto Skizzen und dem freien Lauf der Gedanken? Niemand anders als Alvar Aalto. Ein junger finnischer Designer, der als Architekt bereits internationale Anerkennung gefunden und außerdem nicht nur Glas, sondern auch Möbel und Leuchten ( Artek ) gestaltet hatte. 

Doch erst die "iittala Aalto Vase" brachte den eigentlichen Durchbruch von Alvar Aalto als Glaskünstler. Zum ersten Mal zu sehen waren die nach seinem Wettbewerbszeichnungen ausgeführten iittala Aalto Vasen auf der Pariser Weltausstellung. Die Aalto Kollektion umfasste etwa ein dutzend spannungsreicher Stücke - von einer ein Meter hohen iittala Aalto Vase bis zu einer flachen Aalto Schale.

Die Aalto Vasen erweckten in außerskandinavischen Europa großes Interesse. Aber auch in Finnland. So wurde die Aalto Vase unter anderem für das Helsinker Restaurant " Savoy ", dessen Einrichtung Alvar Aalto 1937 gestaltet hatte, angeschafft. Das beliebteste Modell der Serie erhielt daher den Namen "Savoy" , bis es in den 70er Jahren erneut nach dem Urheber Alvar Aalto benannt wurde. Um mehr über die " Lederhose der Eskimofrau " zu erfahren fragen Sie Herr Zelmer von Rove.design der über 10 Jahre für die Firma iittala arbeitete.

Die iittala Aalto-Vase zählt zu den international bekanntesten Errungenschaften des finnischen Designs. Dieser Erfolg wird zu Recht den experimentierfreudigen Denken und der außergewöhnlichen Ausdruckweise von Alvar Aalto zugeschrieben. Zum Erfolg trug aber auch die Glasfabrik iittala selber bei - mit unermüdlichen Arbeitseinsatz und höchstem fachlichen Können. Jede einzelne iittala Aalto Vase wird nach traditionellen Verfahren mundgeblasen.

Das Material ist klares und durchgefärbtes, haltbares, bleifreies iittala Kristallglas.

Zur iittala Aalto Kollektion gehören verschiedener Größe und Form. Gemäß dem Originalentwurf von Alvar Aalto fertigt iittala die Aalto Vasen heute so wie früher.

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Die locker geschwungenen und frei mäandernden Linien der beliebten Aalto-Vase bedeuten eine Abkehr von den symmetrischen Formen des traditionellen Glasdesigns. In der Vase finden sich auch Konvergenzen zu Aaltos Architektur der 30er Jahre. 

Die Formen der Vase-lassen einen Anklang an die geschwungenen Konturen der finnischen Seenlandschaft leicht erahnen. Aalto wollte ja in seinen Arbeiten die Einheit von Mensch und Natur wahren. 

Im Laufe seines Lebens entwarf Aalto eine beträchtliche Anzahl von Gebäuden, darunter auch viele Großbauten. Als Architekt durchdachte er auch die Details der von ihm geschaffenen Gebäude bis in kleinste Einzelheiten. 

Ein großer Teil des Designwerks von Aalto. u.a. Möbel, entstand daher als „Nebenprodukt" zu einem Bauentwurf.

Weltweit hat die Aalto-Vase auch in die Sammlungen vieler bekannter Kunstmuseen Eingang gefunden. 

Aalto hatte seine Vase jedoch ursprünglich keineswegs als Ausstellungsstück, sondern als Gebrauchs- und Dekorgegenstand für Wohnungen gedacht. 

Bereits in der Erläuterung zu seiner Wettbewerbsarbeit führte Aalto für seine Gegenstände überaus alltägliche, aber praktische Verwendungsbeispiele an. Nach Ansicht des Designers eigneten sie sich u.a. als Tablett, Fruchtschale und Kakrustopf, 

Sie werden schnell merken, daß Sie die Aalto-Vase als herkömmliche Tulpenvase, aber auch für viele andere Zwecke verwenden können. 

Genau das meinte auch Aalto, wenn er sagte: 

„Ein Gegenstand braucht kein endgültiges Produkt zu sein. Im Gegenteil, er ist so anzufertigen, daß der Mensch selber, den nur ihm eigenen, individuellen Vorlieben folgend, die Form des Gegenstands vollendet."